Oncken-News DIE GEMEINDE Anzeige auf der Startseite Büchertisch-News
Kein verkürztes Segensverständnis
„Theologisches Gespräch“ befasst sich mit grundlegenden Themen: Segen und Evangelium
Kassel/Wustermark – Gegen ein verkürztes Segensverständnis, das unter Segen nur materiellen Wohlstand sieht, wendet sich die baptistische Theologin Lena Tontchev, die nach ihrem Studium am Theologischen Seminar Elstal (FH) demnächst als Pastorin in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kassel-Möncheberg arbeiten wird. In der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift „Theologisches Gespräch – Freikirchliche Beiträge zur Theologie“ untersucht sie drei Segensformulierungen aus dem Alten Testament und eine aus dem Galaterbrief im Neuen Testament. Es gelte, die Rechtfertigung aus Glauben als Segen zu verstehen und zu verkündigen. „Wenn sich die in Christus Gerechtfertigten gleichzeitig auch als Gesegnete sehen, dann sind sie fähig, auch mit Entbehrungen und Mängeln umzugehen und diese nicht als fehlenden Segen Gottes zu interpretieren“, schreibt sie in ihrem Aufsatz. Der Segen Gottes sei ein unverdientes Geschenk, den man „nur dankbar annehmen“ könne.
Am Beispiel der Verwendung des Begriffes „Evangelium“ durch die ersten Christen weist der Dozent für Neues Testament an der Theologischen Fakultät der Universität im estnischen Tartu, Peeter Roosimaa, darauf hin, wie sich die Urgemeinde an den damaligen „Zeitgeist“ angepasst hat, um mit ihrem Anliegen verstanden zu werden. Die ersten Christen hätten sich der „heidnischen“ Sprache bedient, um ihren Glauben zu bezeugen. Denn im Römischen Imperium sei das Evangelium „in hohem Maße mit offiziellen Nachrichten aus dem Kaiserpalast verbunden“ gewesen: Es habe „dem Volk Freude bereiten“ sollen.
In der in jedem Heft aufgenommenen Predigtwerkstatt steht eine Ordinationspredigt im Mittelpunkt. Der baptistische Alttestamentler und Albertinen-Vorstand, Dr. Stefan Stiegler (Hamburg), hat sie aus Anlass der Ordination des Frankfurter Baptistenpastors Dr. Carsten Claußen gehalten - über Matthäus 21,1-17. Die Ausführungen werden durchaus kritisch kommentiert vom zum Bund Freier evangelischer Gemeinden gehörenden Vorstandsmitglied von ERF Medien, Pastor Udo Vach (Wetzlar). Begeistert ist Vach von der verständlichen Botschaft und den kurzen Sätzen Stieglers: „Schachtelsätze sind nur ein Charisma der Intellektuellen, aber keine biblische Gnadengabe.“
Die Zeitschrift „Theologisches Gespräch“ erscheint im Oncken Verlag (Kassel) und wird gemeinsam vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und dem Bund Freier evangelischer Gemeinden herausgegeben. Das Jahresabonnement, das vier Hefte umfasst, kostet 24 Euro, das Einzelheft 6,50 Euro. Nähere Informationen finden sich unter www.theologisches-gespraech.de. Schriftleiter ist der baptistische Alttestamentler Prof. Dr.
Michael Rohde (Elstal).
Klaus Rösler (02.09.10)