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Weltweit gefragt: Taufwasser aus dem Jordan

Jordanien und Israel konkurrieren auf dem Weltmarkt

Amman/Jerusalem  – Wasser aus dem Jordan wird in alle Welt exportiert. Bei dem Verkauf stehen Jordanien und Israel in Konkurrenz. Nach fast 100 Jahren hat Jordanien wieder mit der Ausfuhr von geweihtem Wasser begonnen, das an jener Stelle dem Fluss entnommen wurde, wo Jesus getauft worden sein soll. Dem Johannes-Evangelium zufolge geschah dies am Ostufer des Jordan in Bethanien, heute Wadi al-Charrar. Laut anderen Evangelien soll Johannes der Täufer Jesus am anderen Ufer getauft haben. Im Westjordanland wird dem Fluss an einer vermeintlichen Taufstelle ebenfalls Wasser für den Export entnommen. Das geweihte Nass wird mit Genehmigung der römisch-katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirche ausgeführt. Von Jordanien aus geht es unter anderem in die Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, Europa und afrikanische Länder. Bereits zur Zeit des Osmanischen Reichs wurde Jordanwasser in die ganze Welt verkauft. Mit dem Niedergang des Reichs in Ersten Weltkrieg wurde die Taufstätte zum Militärgebiet erklärt. Im Internet werden Fläschchen mit 120 Millilitern Jordan-Wasser für umgerechnet 10 Euro gehandelt. Bei deutschsprachigen Anbietern wird die Halbliterflasche „Jordanwasser für Ihre Taufe“ für 99 Euro angeboten.

Wer seine Taufe noch authentischer gestalten möchte: Im vergangenen Jahr wurde in Jordanien an der Stelle, an der Jesus im Jordan getauft wurde, ein christliches Taufzentrum für alle Konfessionen eröffnet.

Klaus Rösler 


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(18.08.10)
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