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Ein neuer Blick auf die eigene Lebensgeschichte
Prof. Paul Imhof zu Gast in Herford: Wie der Geist Gottes wirkt
Herford – So ungewöhnlich wie das Thema war auch der Referent: „Meine Familie, die Familie der Christenheit und der Menschheit – von der Unterscheidung der Geister“ . Darüber sprach der Philosoph, Theologe, Publizist, Unternehmer und ehemalige Jesuit, Prof. Dr. Dr. Paul Imhof (München), auf fünf Veranstaltungen vom 29. bis 31. Januar in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Herford. Auf dem Programm standen ein Vortrag, ein Frühstückstreffen, Übungen zur Familie, eine Fragerunde und ein Gottesdienst.
Imhof verstand seine Erläuterungen nach eigenen Angaben als „Zeitreise“, um der Frage nachzugehen, wie der Geist Gottes heute wirkt. Unter anderem präsentierte er den Koran als Kommentar zur Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Für Imhof geht es in der Offenbarung nicht um die Zukunft, sondern um die Gnade Gottes. Sie sei in der Liebe ansatzweise schon hier und jetzt erlebbar.
Anhand des Lebens von Ignatius von Loyola (1491-1556), dem Begründer des Jesuitenordens, macht Imhof beim Frühstückstreffen deutlich, dass Theologie als eigene Gotteserfahrung immer biographisch sei und auch nur so etwas im Leben bewirke. Gebet als Hören sei der Kern der Theologie. Der Referent machte auch Mut, den Glauben auszuprobieren.
Bei einer christlichen Familienaufstellung konnten Teilnehmer einen neuen Blick auf ihr Leben werfen. Diese von Imhof entwickelte therapeutische Form geht davon aus, dass Christus durch den Geist Gottes bei den Teilnehmern wirkt. Weil aber der Geist auch bei ihm, Imhof, als „Regisseur“ tätig sei, könne er die Gefühle der Teilnehmer zur Sprache bringen. Nach Angaben von Pastor Dirk Zimmer waren viele Teilnehmer von dem Erleben tief berührt.
Beim offenen Gesprächsabend ging es zwei Stunden kreuz und quer durch die Welt der Bibel. Von der Hölle bis zum Himmel reichte dabei das Spektrum der Fragen. Imhof habe sich sowohl als bibelfest erwiesen wie auch als Mensch, der mit beiden Füßen im modernen Alltag zuhause ist.
Der Gottesdienst sei für die Gemeinde der Höhepunkt der Seminartage gewesen. In seiner Predigt über die letzten Verse des Matthäusevangeliums unterstrich Imhof, dass ein Leben aus dem Geist des Evangeliums Sinn mache. Je mehr der einzelne Gläubige den Geist Gottes in sich zur Entfaltung kommen lasse, werde auch die Gemeinde insgesamt gefördert. Desto stärker sei auch ihre Ausstrahlung nach außen.
Dirk Zimmer/Klaus Rösler
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(03.02.10)