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Haiti: Zehn US-Baptisten wegen Menschenschmuggels verhaftet
Hilfswerk wollte illegal 33 Kinder ins Nachbarland bringen
Port-au-Prince – Unter dem Verdacht auf Menschenhandel sind in Haiti zehn US-amerikanische Baptisten festgenommen worden, als sie versuchten, mit einem Bus illegal 33 Kinder – vom Säugling bis zum 12-Jährigen – ins Nachbarland Dominikanische Republik zu bringen. Es handelt sich um Mitglieder von zwei Gemeinden der Südlichen Baptisten im US-Bundesstaat Idaho, die teilweise ehrenamtlich für das Hilfswerk „New Life Children’s Refuge“ (Kinderzuflucht Neues Leben) tätig waren.
Die Leiterin der Gruppe und Direktorin des Hilfswerks, Laura Silsby (Meridian), wies alle Anschuldigungen zurück. Man habe nur helfen wollen. Die Kinder seien von einem haitianischen Baptistenpastor ausgewählt worden. „Wir sind alle mit dem Herzen dabei und haben viel aufgegeben, um diesen Kindern zu helfen", sagte sie dem Fernsehsender CNN. Silsby räumt ein, dass die Kinder keine Dokumente und Pässe hatten und auch keine Ausreiseerlaubnis. Sie habe nicht gewusst, dass man all das brauche. Presseberichten zufolge legen Dokumente der Baptisten die Vermutung nahe, dass die Gruppe nie vorhatte, Papiere zu besorgen. Offenbar sei geplant gewesen, die Minderjährigen illegal über die Grenze zu bringen. In der Dominikanischen Republik sollten sie zunächst in einem Hotel, später in einem noch zu errichtenden Waisenhaus betreut werden. Insgesamt sollten 100 Waisen ins Nachbarland gebracht werden. Während die Baptisten die Auffassung vertraten, dass es sich bei den Kindern um Waisen handelt, ergaben erste Nachforschungen, dass mindesten zehn Kinder noch wenigstens ein Elternteil haben. Der Sender CNN sprach nach eigenen Angaben mit der Mutter eines Mädchens. Diese habe ihre Tochter den Amerikanern übergeben, damit diese ein besseres Leben führen könnte. Auf seiner Internetseite bietet das Hilfswerk unter anderem an, Adoptionen in der Dominikanischen Republik zu vermitteln. Die Kinder wurden vorläufig in einem SOS-Kinderdorf in Port-au-Prince untergebracht.
Derzeit sind Adoption in Haiti von der Regierung verboten worden. Hilfsorganisationen warnen angesichts der großen Not im Land vor extremem Kinderhandel. Schon für zehn Dollar könne man ein Kind kaufen.
Der Pressesprecher des Baptistischen Weltbundes, Eron Henry (Falls Church bei Washington), sagte der Zeitschrift DIE GEMEINDE, dass die betroffenen Baptisten keine offizielle Kontakte zum Baptistischen Weltbund hätten. Zugleich bedauere man, „dass die Beteiligten trotz guter Absichten gegen Gesetze verstoßen haben“. Man hoffe, dass in dem Fall sich aber der gesunde Menschenverstand durchsetze.
Klaus Rösler
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(02.02.10)